Stadtgärtnerei provoziert Handel

- und setzt sich über das Sonntags-Handelsverbot des Freiburger Gemeinderats hinweg!

Der Freiburger Gemeinderat hat vor kurzem einen Grundsatzbeschluss gegen einen verkaufsoffenen Sonntag in Freiburg gefasst und den Antrag des Freiburger Einzelhandels kategorisch abgelehnt. In Widerspruch zu diesem Beschluss veranstaltet vom 20.04 – 22.4.12 die Stadtgärtnerei (ein stadtnaher Verein) ihren „Tag der offen Türe“ bei dem insbesondere am Sonntag, neben der Ausstellung, auch Beratung und Handel betrieben wird.

Der Vorsitzende der CDU-Herdern, Markus Meyer, empfindet dieses Verhalten als eine schwerwiegende Missachtung des Grundsatzbeschlusses des Freiburger Gemeinderats, dass in Freiburg an Sonntagen kein wirtschaftlicher Handel stattfinden soll.

Die Stadtgärtnerei bezeichnet sich selbst als eigenständiges, wirtschaftliches Unternehmen, welches unter anderem die „größte mediterane Pflanzenwelt Südbadens“ besitzt. „So ein großes wirtschaftliches Unternehmen, welches in Trägerschaft der Stadt Freiburg ist, sollte Grundsatzbeschlüsse des Gemeinderates auch einhalten“, so Meyer.

Im Übrigen fragt man sich, warum ein sozialer Träger seinen Mitarbeitern Sonntagsarbeit zumutet, in einem Bereich wo es ohne Probleme vermieden werden kann? Wo bleibt hier die Kritik der Gewerkschaften? Wo bleibt hier die Kritik der Kirche? Oder wurde hier „Ablass“ durch den Gottesdienst am Sonntag auf dem Gelände gewährt?

Meyer fordert die Gemeinderäte und die Kirche auf, hier nicht mit zweierlei Maß zu messen, sondern ein einheitliches Handeln durchzusetzen. Würde der Handelsverband einen „Verkaufsoffenen Sonntag“ durchführen und der Kirche am Sonntag ein Gottesdienst im Karstadt anbieten, würde man ihm sicherlich „geschmackloses“ Verhalten vorwerfen.

Pressemeldung der CDU-Herdern vom 16.04.2012 für die Freiburger Medien.

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6 Gedanken zu “Stadtgärtnerei provoziert Handel

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  2. Ja so einfach ist das aber nicht, nur dagegen wettern. Blumengeschäfte dürfen schon lange, auch als die Öffnungszeiten wesentlich restriktiver gehandhabt wurden, Sonntags geöffnet haben.
    Siehe:
    http://www.service-bw.de/zfinder-bw-web/lifesituations.do?llid=637526&llmid=0
    “…..Bestimmte Waren

    An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen dürfen Läden geöffnet sein, die hauptsächlich folgende Waren verkaufen:

    frische Milch: für die Dauer von drei Stunden
    Konditor- und frische Backwaren: für die Dauer von drei Stunden
    Blumen, wenn Sie Blumen in erheblichem Umfang anbieten:
    für die Dauer von drei Stunden
    am 1. November (Allerheiligen), Muttertag, Volkstrauertag, Totensonntag und am 1. Adventsonntag für die Dauer von sechs Stunden”
    Was ärgerlich daran ist, dass die wohl nicht schon immer Sonntags offen hatten und gerade jetzt einen “Tag der offenen Tür” machen. Schlechtes Timing halt.

    • Liebe Kathrin,
      da hast Du natürlich recht. Der Gesetzgeber ermöglicht beim Blumenverkauf am Sonntag, das die Geschäfte bis zu 3 Stunden offen haben dürfen. Jetzt nehmen wir an, das die Stadtgärtnerei ein normaler Blumenladen ist, dann spielt die Mathematik einen Streich. 3 Stunden entsprechen nicht den Öffnungszeiten der Stadtgärtnerei von 11 bis 18 Uhr. Das sind 7 Stunden. Das ist mehr als das doppelte. Am Muttertag und zum Beispiel an Allerheiligen dürfen Blumengeschäfte bis zu 6 Stunden offen haben. Alles richtig. Der Gemeinderat hat gerade einen Grundsatzbeschluss gemacht, das in unserer Stadt Freiburg keine “Verkaufsoffenen Sonntage” statt finden sollen. Warum findet dann einer Stadt? Das ist nicht “wettern”, sondern eine legitime Frage. Wer muss sich in Freiburg an Beschlüsse des Gemeinderats halten? Für mich ist das eine Frage des Respekts vor einem demokratisch gewählten Gremium. Darüber hinaus ist die Veranstaltung “kein Tag der offenen Türe”, sondern eine Direktverkaufsveranstaltung. Das sage nicht ich, sondern wenn man Anruft, erhält man diese Auskunft vom Veranstalter. Was sagst du jetzt?

      • Das ist absolut nicht mit einem verkaufsoffenen Sonntag vergleichbar. Es gibt auch keinen “Grundsatzbeschluß”, sondern die Vorlage der Verwaltung auf einen verkaufsoffenen Sonntag in der Freiburger Innenstadt wurde abgelehnt. Dass diese abgelehnt wurde, hatte unterschiedliche Gründe. Wenn ich mich recht erinnere hat auch die CDU uneinheitlich abgestimmt (Grüne übrigens auch uneinheitlich). Ich persönlich habe gegen die Vorlage gestimmt. Mich stört es aber nicht, dass am Sonntag auch weiterhin Blumen verkauft werden, Biere ausgeschenkt werden, Kinos geöffnet haben oder andere Freizeitaktivitäten mit der ganzen Familie möglich sind. Dazu gehören auch Messen, bei denen ja durchaus auch was verkauft wird oder auch so etwas wie ein Weihnachtsmarkt. Damit sollte man das doch vergleichen und nicht mit einem weiteren Einkaufstag.

  3. Lieber Markus,
    ich hätte mir denken können, dass du zu rechnen anfängst ;)
    Hast ja im Prinzip recht. Das Thema wurde und wird ständig heiß diskutiert. Sehr interessant ist hier natülich das der Name “Stadtgärtnerei” die Nähe zur Verwaltung suggeriert und das damit noch mehr Beigeschmack bekommt. Man könnte den Hebel aber von einer anderen Seite ansetzen: wenn es eine Art verkaufsoffener Sonntag ist, dann darf der erst ab 13 Uhr beginnen. :) Hätte ich mehr Zeit würde ich mich in die Materie ganz versenken.

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